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Unterschiedliche Baumsaaten werden in Händen gehalten, darunter Zapfen und Bucheckern
© Bernd Degen
Unterschiedliche Baumsaaten werden in Händen gehalten, darunter Zapfen und Bucheckern
Institut für

FG Forstgenetik

Projekt

FastWOOD III


Federführendes Institut FG Institut für Forstgenetik

©

Züchtung und genetische Charakterisierung sowie Potentialabschätzung bei Weiß- und Zitter-Pappeln (Sektion Populus) sowie Robinie

Züchtung und genetische Charakterisierung sowie Potentialabschätzung bei Weiß- und Zitter-Pappeln (Sektion Populus) sowie Robinie

Hintergrund und Zielsetzung

Selektion, Charakterisierung, Resistenzprüfung und Kreuzung sowie Anzucht von Vemehrungsgut für die notwendigen Prüfungen mit Pappeln (Sektion Populus). Für die Robinie werden Plusbäume und geeignete Bestände ausgelesen und ihre Eignung für Kurzumtrieb geprüft. Es soll geeignetes Ausgangsmaterial zur Bereitstellung von Vermehrungsgut zugelassen werden.

Vorgehensweise

Arbeitspakete

  1. Sicherung bewährter Kreuzungspartner (Aufbau einer Zuchtpopulation) bei Pappeln der Sektion Populus
  2. Fortführung der Pappel-Kreuzungen unter Einbringen weiterer Kreuzungspartner sowie Anlage von Nachkommenschaftsprüfungen
  3. Resistenzprüfung gegenüber Pilzbefall bei Pappeln der Sektion Populus
  4. Genealogie von Pappelklonen
  5. Überprüfung der Toleranz von Pappeln gegenüber Insektenbefall
  6. Optimierung der Herstellung triploider Aspen und Pappeln sowie intersektioneller Hybriden
  7. Anlage von Nachkommenschaftsprüfungen mit Robinien, Einzelbaumselektion und Beerntung, Genotypisierung
  8. Aufnahme und Auswertung bestehender Klonprüfungen mit Pappel und Weide

Ergebnisse

Die Hauptergebnisse des Projekts sind:

  • Es wurden 2 Kreuzungsserien durchgeführt und mit den angezogen Nachkommenschaften 11 Flächen in 3 Serien angelegt. 950 Pappelproben wurden molekulargenetisch untersucht.
  • Auf den seit 2010 angelegten Nachkommenschaftsprüfungen wurden Wachstumsparameter erhoben. In der ältesten Serie sind 6 Hybridaspen in der Biomasseproduktion der Kontrolle überlegen und in der Serie des Folgejahres 9 Hybridaspen. Vier dieser Hybridaspen-Nachkommenschaften produzieren bereits über 10 tatro/ha/Jahr. Auch auf den jüngeren Nachkommenschafts- und Klonprüfungen gibt es Hybridaspen mit im Vergleich zum Standard besserem Wachstum.
  • Für die einzelnen Prüfflächen wurden Biomassefunktionen aufgestellt. Eine standortunabhängige Biomasseformel ließ sich nicht finden.
  • Der Befall der Aspen-Nachkommenschaften mit Melampsora, Polaccia und Rindenbrand war in den Untersuchungsjahren gering. Mit der Auswahl von weniger anfälligen Klonen als Kreuzungspartnern und Nachkommenschaften für die Praxis lässt sich das Befallsrisiko reduzieren.
  • In den Pappelklonprüfungen hat sich der Klon 960 auf allen Prüfflächen bewährt. Auch die Klone 962 und Hybride 275 konnten meist überzeugen. Unter den neuen Selektionen aus Nordamerika gibt es fünf Klone, die aussichtsreich sind. Die bisherigen Ergebnisse bei Weide zeigen, dass die schwedischen Klone Tordis und Sven gute Erträge erbringen.
  • Die Prüfung von Pappeln mit unterschiedlicher Poidiestufe zeigt, dass 14 triploide Klone im Freiland ein signifikant erhöhtes Sprosswachstum im Vergleich zum schnell wachsenden triploiden Vergleichsklon „Astria“ aufweisen.
  • Bei der Robinie wurden Unterschiede in der Wuchsleistung und bei der Stammqualität zwischen den Absaaten von Beständen und Samenplantagen unterschiedlicher Herkunft beobachtet. Dabei hat sich die Verwendung von selektierten Plusbaumklonen als aussichtsreich für eine Verbesserung von Wachstum und Qualität erwiesen.
  • Für 19 Pappelarten wurden Kernmarker zur Art-Identifizierung entwickelt und in einem Markerset zusammengefasst. Weiterhin wurden artspezifische mt-Marker für 4 Pappelarten gefunden.
  • Der Vergleich zwischen befressenen und unbefressenen Proben ergab etwa 33.000 Transkripte. Hierbei erwiesen sich 1.802 Transkripte als signifikant unterschiedlich exprimiert.
  • Die Transkriptomanalyse hat basierend auf der Vorauswahl von toleranten und sensitiven Klonen keine Unterschiede in exprimierten Genen ergeben. Die Bonituren des Blattverlusts und des Insektenbefalls sollten über einen längeren Zeitraum (mit Kalamitätsjahren) erfolgen.

Beteiligte externe Thünen-Partner

Geldgeber

  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

3.2015 - 1.2019

Weitere Projektdaten

Projektfördernummer: 22002611 (11 NR 026)
Förderprogramm: FNR
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

  1. 0

    Lange CA, Knoche D, Hanschke R, Löffler S, Schneck V (2022) Physiological performance and biomass growth of different black locust origins growing on a post-mining reclamation site in Eastern Germany. Forests 13(2):315, DOI:10.3390/f13020315

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn064579.pdf

  2. 1

    Schneck V, Heimpold C, Liesebach M (2020) Aktuelle Ergebnisse der Züchtung von Hybridaspen (Populus x wettsteinii Hämet-Ahti). Thünen Rep 76:133-143

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062241.pdf

  3. 2

    Liesebach M (2020) Pappeln und andere schnellwachsende Baumarten in Deutschland : Bericht der nationalen Pappelkommission ; 2016 - 2019. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 38 p, Thünen Working Paper 141, DOI:10.3220/WP1585652175000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062188.pdf

  4. 3

    Liesebach M (2020) Poplars and other fast growing tree species in Germany : Report of the National Poplar Commission ; 2016-2019. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 36 p, Thünen Working Paper 141a, DOI:10.3220/WP1585727785000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062191.pdf

  5. 4

    Belyaeva IV, Dutton C, Govaerts RHA, Liesebach H, McGinn K, Steenackers M, Taylor G, Pickett J (2020) Verification of names for certain Populus L. clones (Salicaceae) commonly grown in the United Kingdom. Skvortsovia 6(3):87-116, DOI:10.51776/2309-6500_2020_6_3_87

  6. 5

    Liesebach M, Schneck V (2018) Clone test with hybrid aspen (As130). Thünen Rep 62:127-130

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn060317.pdf

  7. 6

    Niemczyk M, Kaliszewski A, Wojda T, Karwanski M, Liesebach M (2018) Growth patterns and productivity of hybrid aspen clones in Northern Poland. Forests 9(11):19-20, DOI:10.3390/f9110693

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn060521.pdf

  8. 7

    Schröder H, Kersten B, Fladung M (2018) Identifizierung von 19 verschiedenen Pappelarten mit Hilfe von Chloroplasten- und Kernmarker-Sets. Landbauforsch Appl Agric Forestry Res 68(1-2):27-34, DOI:10.3220/LBF1531742472000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn059932.pdf

  9. 8

    Schröder H, Fladung M (2018) Poplar clones differ in their resistance against insects feeding. Landbauforsch Appl Agric Forestry Res 68(1-2):19-26, DOI:10.3220/LBF1534394196000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn059977.pdf

  10. 9

    Heimpold C, Heimpold K, Schneck V, Tölle R, Liesebach M (2018) Untersuchung der Holzdichte von Aspen und Hybridaspen mittels Pilodyn. Landbauforsch Appl Agric Forestry Res 68(1-2):83-92, DOI:10.3220/LBF1537788833000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn060173.pdf

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