

Institut für
LV Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
Projekt
Bewässerung in Baden-Württemberg

Ermittlung des Bewässerungsbedarfs und Perspektiven für die Weiterentwicklung der Bewässerung in der Landwirtschaft in Baden-Württemberg
Der Klimawandel führt zu einem steigenden Bewässerungsbedarf bei landwirtschaftlichen Kulturen. Was heißt das konkret für Baden-Württemberg? Wie kann die Bewässerungslandwirtschaft weiterentwickelt werden?
Hintergrund und Zielsetzung
Der Klimawandel führt zu steigenden Temperaturen, veränderten Niederschlagsmustern und häufigeren Extremwetterereignissen. Für Deutschland prognostizieren Klimamodelle mehr Niederschlag, doch verschieben sich die Niederschlagszeiten vom Sommer in den Winter. Dies reduziert die Wasserverfügbarkeit während der Wachstumsperiode, was zu Ertragsausfällen und schlechterer Erntequalität führen kann. Auch das Risiko von Dürren, wie jene von 2018 bis 2020, wird zunehmen.
Die Bewässerung kann als Ertragssicherungsmaßnahme helfen, die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern, doch sie ist mit hohen Kosten verbunden. Außerdem konkurriert die Landwirtschaft auch mit anderen Akteuren um regionale Wasserressourcen.
Ziel des Projekts ist es, den aktuellen Stand der landwirtschaftlichen Bewässerung und deren Förderung für das Land Baden-Württemberg zu erarbeiten sowie zukünftige Auswirkungen des Klimawandels auf den Bedarf an Bewässerung und Frostschutzberegnung regional zu quantifizieren (Phase I). Darauf aufbauend sollen die Ökonomik der Bewässerung analysiert und die Wirkung potenzieller Anpassungsstrategien abgeschätzt werden (Phase II, vorbehaltlich Bewilligung).
Zielgruppe
Politik, Landwirte, Beratung, Wasserverbände, Landwirtschaftskammer, interessierte Fachöffentlichkeit, Wissenschaft
Vorgehensweise
Zur Erreichung der Ziele umfasst das Projekt folgende Arbeitspakete:
Phase I:
- Aufarbeitung des Forschungsstands und Darstellung der Bewässerungslandwirtschaft in Baden-Württemberg
- Abbildung der regionalen Bewässerungsbedürftigkeit für relevante landwirtschaftliche Kulturen in der Vergangenheit sowie Fortschreibung der Entwicklung in die Zukunft
- Modellierung und Analyse des regionalen Wasserbedarfs für die Frostschutzberegnung
- Analyse von bestehenden einschlägigen Förderprogrammen in Baden-Württemberg und Aufzeigen von Verbesserungspotentialen
- Diskussion der Ergebnisse mit Praktikern und Experten
Phase II:
- Szenariobasierte Analyse von Anpassungsstrategien der Bewässerungslandwirtschaft an den Klimawandel
- Ökonomische Analysen zur Bewässerungswürdigkeit von Kulturen
Daten und Methoden
Die Bearbeitung des Projekts basiert auf einer umfassenden Auseinandersetzung mit bestehenden Daten, einschlägiger Literatur und regionalen Informationen. Bewässerungsbedarf, -würdigkeit und der Wasserbedarf für die Frostschutzberegnung werden modellgestützt ermittelt. Mithilfe regionalisierter Klimaprojektionen wird eine szenariobasierte Klimawandelfolgenabschätzung durchgeführt. Die Entwicklung und Anwendung des Modells für Baden-Württemberg bauen auf den Arbeiten des Projekts LAWAMAD auf.
Vorläufige Ergebnisse
Wie frühere Untersuchungen für die Bundesländern Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen zeigen, ist der Bewässerungsbedarf in der Vergangenheit gestiegen und wird weiter ansteigen. Das Projekt analysiert den aktuellen Stand und die zukünftige Entwicklung der Bewässerungslandwirtschaft und die Wirksamkeit von Anpassungsstrategien in Baden-Württemberg.
Die Projektergebnisse können Ministerien, Behörden, Beratung und Verbänden als Informationsgrundlage und Entscheidungshilfe bei der Ausgestaltung und Umsetzung von agrar- und wasserpolitischen Maßnahmen bis hin zur Entwicklung betrieblicher Anpassungsstrategien dienen. Darüber hinaus können sie als Grundlage für einen gezielten weiteren Ausbau der gemeinschaftlichen Bewässerungsinfrastruktur verwendet werden und somit einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel sowie zur Sicherung der Lebensmittelproduktion leisten. Aussagen über die Bewässerungswürdigkeit bestimmter Kulturen und den Wasserbedarf für Frostschutzberegnung helfen bei der Entwicklung von Risikomanagementstrategien auf betrieblicher wie Landesebene einschließlich Mehrgefahrenversicherungen.
Thünen-Ansprechperson

Geldgeber
-
Bundesland Baden-Württemberg
(national, öffentlich)
Zeitraum
1.2025 - 12.2026
Weitere Projektdaten
Projektstatus:
läuft