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Die Messung von Tagesgängen der Kohlenstoffdioxid-Flüsse mit manuellen Hauben startet vor Sonnenaufgang (Großes Moor bei Gifhorn, 04:45 Uhr).
Die Messung von Tagesgängen der Kohlenstoffdioxid-Flüsse mit manuellen Hauben startet vor Sonnenaufgang (Großes Moor bei Gifhorn, 04:45 Uhr).
Institut für

AK Agrarklimaschutz

Aktuelles

BZE-Publikation in Zusammarbeit mit dem Institut für Zuckerrübenforschung in Göttingen

Dennis Grunwald, Christopher Poeplau et al.: Effect of sugar beet (Beta vulgaris L.) cultivation on soil organic carbon stocks in Germany

Zuckerrübe (Beta vulgaris L.)
© Thünen-Institut/AK

Zuckerrüben haben einen sehr schlechten Ruf, was Bodenkohlenstoff angeht, aber es ist unklar, wie man das in die produktbezogene Treibhausgasbilanz von Zucker einbeziehen soll. Bisher war die Humusbilanz-Methode das Mittel der Wahl, die von einem Kohlenstoff (C)-Verlust von 0.76 Tonnen C pro Hektar und Jahr durch Hackfrüchte ausgeht. In der BZE-LW haben wir 365 Zuckerrübenstandorte und mit einer bestimmten statistischen Methode haben wir für jeden Standort einen ähnichen ohne Zuckerrübenanbau gesucht und den C-Vorrat verglichen. Es kam heraus, dass die Zuckerrübenstandorte "nur" 2.6 Tonnen weniger C haben. Das ist signifikant, und lässt sich durch geringere C-Einträge (vor allem Wurzeln), Ernteerosion und starke Bodenstörung erklären, aber ist nach etwa 200 Jahren Zuckerrübenanbau in Deutschland doch überschaubar. Vor allem zeigt sich, dass auch die Veränderung der C-Vorräte auf diesen Standorten weniger stark ist, als im Mittel aller bisher wiederbeprobten Äcker. Es stellt sich also ein neues Gleichgewicht ein, was durch die Humusbilanzierung nicht abgebildet wird. Zuckerrüben wachsen nur 6 Monate, man hat also immer die Möglichkeit, vorher eine Zwischenfrucht anzubauen. Da dies mehr und mehr passiert, könnten Zuckerrübenstandorte sogar C anreichern.

Im zweiten Teil des Papers werden Daten aus einem Fruchtfolgeversuch in der Nähe von Göttingen gezeigt. In allen Versuchsgliedern verliert der Boden Kohlenstoff, allerdings hat die Fruchtfolge mit Zuckerrübe und Senf als Zwischenfrucht die geringsten Verluste.

Fazit: Auf Standorten, wo seit langem Zuckerrüben angebaut werden, sind nicht unbedingt weitere C-Verluste zu erwarten und vor Zuckerrübe sollte immer eine Zwischenfrucht stehen.

https://doi.org/10.1111/sum.70022

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