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Mischwald in Thüringen
Drohnenaufnahme eines Mischbestandes.
Institut für

WO Waldökosysteme

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Projekt

Kohlenstoffinventur 2017


Federführendes Institut WO Institut für Waldökosysteme

© Thünen-Institut für Waldökosysteme

Wälder sind wichtige Speicher für Kohlenstoff. Die Kohlenstoffinventur 2017 soll ermitteln, wie viel Kohlenstoff in den Wäldern Deutschlands während der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls in der lebenden Biomasse und im Totholz gebunden wurde.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Bundesrepublik Deutschland ist durch die Klimarahmenkonvention, als Vertragsstaat des Kyoto-Protokolls und durch die EU-Entscheidung 280/2004/EC verpflichtet, jährlich nationale Treibhausgas-Berichte (National Inventory Reports NIR) zu erstellen.

Neben den Sektoren "Energie", "Industrieprozesse", "Lösemittel und andere Produktverwendung", "Landwirtschaft", "Abfall und Abwasser" sind auch die Quellen- bzw. Senkenwirkungen des Sektors "Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft" (LULUCF) jährlich zu bilanzieren.

Die Datengrundlage für die Wälder liefern die Bundeswaldinventur (BWI) und die Bodenzustandserhebung im Wald (BZE Wald). Um die Berichterstattungspflichten konform zu den Berichterstattungsregularien erfüllen zu können, werden zusätzlich zu den aller 10 Jahre wiederholten BWI sogenannte Kohlenstoffinventuren durchgeführt. Diese Kohlenstoffinventuren sind methodisch identisch zur BWI, konzentrieren sich jedoch nur auf die zu berichtenden Kohlenstoffpools ober- und unterirdische lebende Biomasse sowie Totholz.

Aktuell wird die Kohlenstoffinventur 2017 mit dem Stichtag 31.10.2017 inkl. Vorbereitung, Durchführung und Auswertung bearbeitet.

Die Kohlenstoffinventur 2017 (CI 2017) hat folgende Ziele:

  1. Die Erfassung des Kohlenstoffvorrates und seiner Veränderung in der lebenden Biomasse und im Totholz in der zweiten Verpflichtungsperiode (01.01.2013 - 31.12.2020) des Kyoto-Protokolls, Artikel 3.4 als Grundlage zur Anwendung der „Stock difference„-Methode,
  2. die geographisch explizite Erfassung von Landnutzungsänderungen von und zu Wald in der zweiten Verpflichtungsperiode (01.01.2013 - 31.12.2020) des Kyoto-Protokolls, Artikel 3.3 als Grundlage zur Erstellung der Landnutzungsmatrix,
  3. als Zwischeninventur zu den Bundeswaldinventuren 2012 und 2022 das Aufzeigen kurzfristiger bundesweiter Trends in der Waldentwicklung,
  4. Entwicklung und Prüfung von Erfassungs- und Auswertungsmethoden und Vorbereitung von Auswertungen. An einer Unterstichprobe können bundesweit einheitlich Messungen hinsichtlich ihrer Effizienz getestet werden. Anhand dieser Parameter sollen im Vorfeld der darauffolgenden BWI bereits vertiefende Analysen und Modellanpassungen vorgenommen werden. Diese stünden bei der darauffolgenden BWI schneller zur Verfügung.

Vorgehensweise

Für die Kohlenstoffinventur 2017 werden Methoden und Software der Bundeswaldinventur genutzt. Die Inventurmethode und die Datenerfassung sind in einer Aufnahmeanweisung  beschrieben. Zur Datenerhebung setzen wir eigens entwickelte Software ein.

Unsere Forschungsfragen

Wie viel Kohlenstoff ist in der lebenden Biomasse und im Totholz gespeichert?

Wie hat sich der Kohlenstoffvorrat im Wald während der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls geändert?

Wie haben sich die großräumigen Waldverhältnisse seit der dritten Bundeswaldinventur geändert?

Wie bewähren sich neue IT- und Messverfahren für die Weiterentwicklung der Waldinventur?

Publikationen zum Projekt

  1. 0

    Gschwantner T, Riedel T, Henning L, Adame P, Adolt R, Aguirre A, Alberdi I, Avitabile V, Cañellas I, Di Cosmo L, Fischer C, Freudenschuß A, Gasparini P, Henttonen HM, Korhonen KT, Kucera M, Marin G, Máslo J, Mionskowski M, Morneau F, et al (2024) Improved large-area forest increment information in Europe through harmonisation of National Forest Inventories. Forest Ecol Manag 562:121913, DOI:10.1016/j.foreco.2024.121913

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn068244.pdf

  2. 1

    Päivinen R, Astrup R, Birdsey RA, Breidenbach J, Fridman J, Kangas A, Kauppi PE, Köhl M, Korhonen KT, Johannsen VK, Morneau F, Riedel T, Schadauer K, Wernick IK (2023) Ensure forest-data integrity for climate change studies. Nat Clim Change 13(6):495-496, DOI:10.1038/s41558-023-01683-8

  3. 2

    Bolte A, Knapp N, Oehmichen K, Riedel T, Sanders TGM, Schnell S, Wellbrock N (2022) Digitalisierung im nationalen Waldmonitoring. AFZ Der Wald 77(5):44-46

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn064709.pdf

  4. 3

    Gschwantner T, Alberdi I, Bauwens S, Bender S, Borota D, Bosela M, Bouriaud O, Breidenbach J, Donis J, Fischer C, Gasparini P, Heffernan L, Herve J-C, Kolozs L, Korhonen KT, Koutsias N, Kovacsevics P, Kucera M, Kulbokas G, Riedel T, et al (2022) Growing stock monitoring by European National Forest Inventories: Historical origins, current methods and harmonisation. Forest Ecol Manag 505:119868, DOI:10.1016/j.foreco.2021.119868

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn064470.pdf

  5. 4

    Alberdi I, Bender S, Riedel T, Avitable V, Bouriaud O, Bosela M, Camia A, Cañellas I, Castro Rego F, Fischer C, Freudenschuß A, Fridman J, Gasparini P, Gschwantner T, Guerrero S, Kjartansson BT, Kucera M, Lanz A, Marin G, Mubareka S, et al (2020) Assessing forest availability for wood supply in Europe. Forest Pol Econ 111:102032, DOI:10.1016/j.forpol.2019.102032

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn061610.pdf

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